Sicher wohnen ab 50: Warum das eigene Zuhause zum Risiko werden kann – ohne dass wir es merken
- Claudia Angerer
- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Oft wird das eigene Zuhause erst dann hinterfragt, wenn es unsicher geworden ist – nach einem Sturz, einem unsicheren Aufstehen oder einem Beinahe-Unfall im Bad.
Als Sachverständige für barrierefreies und generationsgerechtes Wohnen erlebe ich genau das immer wieder: Das Zuhause wirkt vertraut und „normal“ – und genau darin liegt das Risiko.
Gefahren entstehen selten durch große, offensichtliche Mängel.
Meist sind es kleine Details im Alltag, die darüber entscheiden, ob wir stabil bleiben oder stürzen.

Warum sich Sicherheit ab 50 verändert
Mit zunehmendem Alter verändern sich Kraft, Gleichgewicht, Reaktionsgeschwindigkeit und Sehfähigkeit – oft schleichend.
Das Problem: Unsere Wohnung bleibt gleich.
Was früher problemlos funktioniert hat, kann plötzlich herausfordernd werden:
Das tiefe Sofa, aus dem man „Schwung holen“ muss
Der Teppichrand, der sich minimal hebt
Die fehlende Haltemöglichkeit im Bad
Ein schlecht ausgeleuchteter Flur in der Nacht
Nicht dramatisch. Aber riskant.
Laut der Weltgesundheitsorganisation passieren die meisten Stürze im eigenen Wohnumfeld – nicht draußen.
Und genau deshalb beginnt Wohnsicherheit nicht mit einem Umbau. Sie beginnt mit Bewusstsein.
Die häufigsten unterschätzten Sturzfallen im Alltag
1. Teppichkanten und lose Läufer
Schon kleine Höhenunterschiede reichen aus, wenn die Fußhebung nachlässt.

2. Fehlende Haltemöglichkeiten im Bad
Nasse Fliesen + kein stabiler Griff = unnötiges Risiko.
3. Ungünstige Laufwege
Möbel in Bewegungszonen zwingen zu Ausweichbewegungen.
4. Zu niedrige Sitzmöbel
Wer sich nur mit Schwung erheben kann, belastet Gelenke und Gleichgewicht.

5. Falsche Beleuchtung
Dunkle Flure, blendende Spots oder fehlendes Nachtlicht erhöhen die Sturzgefahr deutlich.
Diese Punkte wirken banal. Doch genau sie entscheiden im Alltag über Stabilität.
Das eigentliche Problem: Gewohnheit macht blind
Wir kennen unser Zuhause in- und auswendig. Und genau deshalb hinterfragen wir es nicht.
„Es hat doch immer funktioniert.“
Ja – aber unser Körper verändert sich.
Wohnsicherheit bedeutet nicht, alles umzubauen.
Sie bedeutet, das Umfeld an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, bevor etwas passiert.
Prävention ist leiser als ein Sturz.
Aber deutlich klüger.
3 Sofortmaßnahmen für mehr Sicherheit
Du musst nicht sofort renovieren. Beginne hier:
Laufwege freihalten – Bewegungszonen sind keine Abstellflächen.
Nachtbeleuchtung im Flur und Bad installieren.
Lose Teppiche entfernen oder rutschfest fixieren.
Kleine Maßnahmen. Große Wirkung.
Sicherheit ist planbar – kein Zufall
Als Sachverständige sehe ich häufig Wohnungen, die optisch gepflegt sind – aber funktional riskant.
Wohnsicherheit entsteht nicht zufällig. Sie entsteht durch Analyse.
Wenn du dein Zuhause nicht erst nach einem Sturz hinterfragen möchtest, dann prüfe es strukturiert.
Genau dafür habe ich einen Wohn-Selbstcheck entwickelt.
Er hilft dir:
Risiken systematisch zu erkennen
dein Zuhause mit fachlichem Blick zu betrachten
Prioritäten zu setzen
Sicherheit bewusst zu planen
Bevor Unsicherheit entsteht.
Prüfe dein Zuhause systematisch statt nach Gefühl – mein Selbstcheck zeigt dir, wo du anfangen solltest.

👉 Hier findest Du eine erste strukturierte Orientierung zur Einschätzung Deiner Wohnsicherheit .


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