7 einfache Veränderungen für mehr Sicherheit im Badezimmer ab 70

Das Badezimmer gehört zu den Räumen, in denen sich kleine Veränderungen besonders stark bemerkbar machen können.
Nasse Oberflächen, wenig Platz, eine hohe Badewanne oder fehlende Möglichkeiten zum Festhalten sind mit 40 vielleicht noch kein Thema. Mit 70 oder 80 können genau diese Dinge darüber entscheiden, wie sicher und selbstständig man das Badezimmer nutzen kann.
Die gute Nachricht: Nicht jedes Badezimmer muss sofort komplett barrierefrei umgebaut werden.
Oft lohnt es sich, zuerst genau hinzusehen und dort anzusetzen, wo im Alltag tatsächlich Schwierigkeiten entstehen.
1. Lose Badvorleger kritisch prüfen
Ein Badvorleger wirkt harmlos – kann aber verrutschen, sich aufstellen oder beim Gehen zur Stolperfalle werden.
Besonders kritisch wird es, wenn man nachts ins Badezimmer geht, nicht mehr ganz so sicher auf den Beinen ist oder bereits eine Gehhilfe verwendet.
Deshalb gilt: Lose Teppiche und Vorleger entweder entfernen oder darauf achten, dass sie wirklich rutschfest liegen und keine hochstehenden Kanten entstehen.
💁♀️Mein Tipp: Nicht nur das Badezimmer betrachten. Auch der Weg vom Schlafzimmer zur Toilette sollte möglichst frei von Stolperfallen sein.
Sicherheit im Badezimmer - Wie sicher ist Ihre Wohnung eigentlich?
Das Badezimmer ist nur ein Teil davon.
In meinem Vorsorge-Guide für sicheres Wohnen im Alter zeige ich, welche Bereiche der Wohnung Sie frühzeitig überprüfen sollten – bevor aus kleinen Hindernissen echte Probleme werden.
2. Für ausreichend Licht sorgen
Gutes Licht wird im Badezimmer häufig unterschätzt.
Mit zunehmendem Alter benötigt das Auge mehr Licht. Gleichzeitig können starke Kontraste, Schatten oder Blendung die Orientierung erschweren.
Wichtig sind deshalb eine gute Grundbeleuchtung und ausreichend Licht beim Waschbecken und Spiegel.
Auch der nächtliche Weg ins Badezimmer sollte mitgedacht werden.
Ein kleines Orientierungs- oder Nachtlicht kann bereits helfen, damit niemand im Dunkeln nach dem Lichtschalter suchen muss.
3. Möglichkeiten zum sicheren Festhalten schaffen
Handtuchhalter sind keine Haltegriffe.
Das klingt selbstverständlich – trotzdem werden sie im Alltag häufig genau dafür verwendet.
Wer beim Einsteigen in die Dusche, beim Aufstehen vom WC oder beim Verlassen der Badewanne regelmäßig nach einer Wand, Armatur oder einem Möbelstück greift, sollte genauer hinsehen.
Das kann ein erstes Zeichen dafür sein, dass eine sichere Haltemöglichkeit sinnvoll wäre.
Wichtig ist dabei nicht nur dass ein Haltegriff vorhanden ist, sondern auch wo er angebracht wird und ob Wand und Befestigung für die auftretenden Kräfte geeignet sind.
Wer sein Badezimmer renoviert, sollte mögliche spätere Haltegriffe deshalb bereits bei der Planung berücksichtigen.
4. Dusche und Badewanne kritisch betrachten
Eine hohe Badewannenkante oder ein hoher Einstieg in die Dusche kann jahrelang problemlos funktionieren.
Bis er es plötzlich nicht mehr tut.
Beweglichkeit und Gleichgewicht verändern sich häufig schleichend. Das Bein lässt sich nicht mehr so einfach über den Wannenrand heben oder man fühlt sich auf einem Bein unsicher.
Wer ohnehin eine Badsanierung plant, sollte deshalb nicht nur für die nächsten fünf Jahre denken.
Eine möglichst bodengleiche Dusche kann die Nutzung langfristig deutlich erleichtern.
Sie planen gerade ein neues Badezimmer?
Dann lohnt sich der Blick auf die spätere Nutzung bereits vor dem Umbau. Viele Fehler lassen sich in der Planung wesentlich einfacher vermeiden als nach Fertigstellung.
👉 Mit meinem Raum-Check fürs Badezimmer können Sie Ihre Planung überprüfen lassen.
5. Rutschige Oberflächen reduzieren
Wasser, Shampoo und glatte Oberflächen sind keine gute Kombination.
Besonders im Duschbereich sollte deshalb auf einen sicheren Boden geachtet werden.
Bei einer ohnehin geplanten Renovierung lohnt es sich, die Rutschhemmung der vorgesehenen Bodenbeläge gezielt zu prüfen.
Aber auch ohne Umbau kann man beobachten:
Wo wird der Boden regelmäßig nass?
Wo fühlt man sich unsicher?
Wo muss man sich bereits irgendwo festhalten?
Solche Alltagssituationen sagen oft mehr über die tatsächliche Sicherheit eines Badezimmers aus als dessen Alter.
6. Sitzmöglichkeiten mitdenken
Duschen im Stehen ist selbstverständlich – solange es problemlos funktioniert.
Nach einer Erkrankung, Operation oder bei nachlassender Kraft kann eine Sitzmöglichkeit plötzlich sehr hilfreich werden.
Dabei muss nicht vorsorglich jedes Badezimmer mit einem großen Duschstuhl ausgestattet werden.
Bei einer Sanierung sollte aber überlegt werden, ob genügend Platz vorhanden ist und ob später beispielsweise ein geeigneter Duschsitz ergänzt werden könnte.
Vorausschauende Planung bedeutet nicht, dass man heute schon alles benötigt.
Sie bedeutet, Möglichkeiten für später offenzuhalten.
7. Genügend Bewegungsfläche schaffen
Im Badezimmer sammeln sich erstaunlich viele Dinge: Wäschekörbe, Waagen, Hocker, Pflanzen, kleine Regale und Vorräte.
Dadurch wird die ohnehin begrenzte Bewegungsfläche immer kleiner.
Deshalb lohnt sich ein einfacher Test:
Gehen Sie bewusst durch Ihr Badezimmer.
Können Sie sich frei bewegen?
Müssen Sie irgendwo seitlich vorbeigehen?
Steht etwas direkt vor Dusche, WC oder Waschbecken?
Könnte ein Wäschekorb oder Möbelstück an einer anderen Stelle stehen?
Gerade hier kostet mehr Sicherheit manchmal überhaupt nichts.
Nicht erst handeln, wenn etwas passiert
Ein Badezimmer muss nicht aussehen wie ein Pflegebad, um auch im höheren Alter gut nutzbar zu sein.
Und nicht jede Wohnung muss von heute auf morgen vollständig barrierefrei werden.
Entscheidend ist etwas anderes:
Probleme möglichst erkennen, solange man noch Zeit hat, in Ruhe Lösungen zu planen.
Denn nach einem Sturz, einer Operation oder bei plötzlich eintretender Pflegebedürftigkeit müssen Entscheidungen häufig schnell getroffen werden. Dann bleibt wenig Zeit, verschiedene Möglichkeiten zu vergleichen.
Wohnvorsorge beginnt deshalb nicht mit 80.
Sie beginnt dann, wenn man noch selbst entscheiden kann, wie man später wohnen möchte.
Sie möchten wissen, wo Sie anfangen sollen?
Dafür habe ich meinen Vorsorge-Guide für sicheres Wohnen im Alter erstellt.
Er hilft Ihnen dabei, die eigene Wohnsituation mit anderen Augen zu betrachten und typische Schwachstellen frühzeitig zu erkennen.
Nicht alles muss sofort umgebaut werden. Aber zu wissen, wo die eigenen Schwachstellen liegen, ist der beste Anfang.
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Der erste Schritt ist herauszufinden, wo in deiner Wohnung überhaupt mögliche Barrieren und Sicherheitsprobleme liegen.
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